
Kartenterminals in Deutschland: Vergleich, Kosten & Entscheidungshilfe
Kartenterminals sind für viele Unternehmen in Deutschland heute Standard: Kundinnen und Kunden möchten an der Kasse schnell und kontaktlos bezahlen – mit Girocard, Debit- oder Kreditkarte sowie per Smartphone und Smartwatch. Für dich als Händler zählt dabei vor allem eins: ein Kartenterminal, das zu deinem Geschäftsmodell passt und bei Kosten, Laufzeit und Technik keine Überraschungen liefert.
In diesem Guide bekommst du einen praxisnahen Überblick: Terminal-Arten, typische Gebührenmodelle, Auswahlkriterien und eine klare Entscheidungshilfe für unterschiedliche Einsatzszenarien.
Inhaltsverzeichnis
- Kartenterminals in Deutschland: Vergleich, Kosten & Entscheidungshilfe
- Was ist ein Kartenterminal – und wofür brauchst du es?
- Welche Arten von Kartenterminals gibt es?
- Kosten & Gebühren: So setzen sich Kartenterminal-Kosten zusammen
- Kartenterminal-Anbieter vergleichen: Wichtige Unterschiede
- Entscheidungshilfe: Welches Kartenterminal passt zu deinem Business?
- Recht & Sicherheit: GoBD, KassenSichV, PCI DSS – was ist relevant?
- Praxis-Checkliste: In 10 Minuten zur passenden Lösung
- FAQ: Häufige Fragen zu Kartenterminals
Was ist ein Kartenterminal – und wofür brauchst du es?
Ein Kartenterminal (EC-Terminal) ist das Gerät, mit dem du Kartenzahlungen am Point of Sale (POS) annimmst. Moderne Terminals unterstützen in der Regel:
- Kontaktloses Bezahlen (NFC) mit Karte oder Wallet
- Girocard, Debit- und Kreditkarten (je nach Vertrag)
- Digitale Belege/Belegdruck (abhängig vom Setup)
- Optionale Kassenintegration (z. B. über Schnittstellen oder Komplettsysteme)
Wenn du dir einen schnellen Marktüberblick verschaffen willst, hilft dir unser Kartenterminal Vergleich 2026 mit strukturierten Bewertungen.
Welche Arten von Kartenterminals gibt es?
Je nach Einsatzort und Arbeitsweise sind unterschiedliche Terminaltypen sinnvoll:

Stationäre Kartenterminals (Countertop)
- Für feste Kassenplätze im Einzelhandel
- Stabil, oft mit LAN oder Basisstation
- Geeignet bei hohem Durchsatz und klaren Abläufen
Mobile Kartenterminals
- Für Gastronomie, Lieferdienste, Handwerk, Märkte
- Verbindung per WLAN/4G/5G (modellabhängig)
- Ideal, wenn du Zahlungen am Tisch oder unterwegs annimmst
SmartPOS-Terminals (All-in-One)
- Terminal + Apps + oft Kassenfunktionen auf einem Gerät
- Sinnvoll, wenn du mehr als nur kassieren willst (z. B. Artikelverwaltung, Trinkgeld, digitale Bons)
SoftPOS / Tap to Pay
- Kartenzahlung direkt über Smartphone/Tablet (NFC-fähig)
- Praktisch als zweites Terminal oder für mobile Einsätze
- Wichtig: Geräte-/OS-Voraussetzungen und Limits je Anbieter prüfen
Mehr Details zu Funktionsweise, Abgrenzungen und typischen Einsatzfällen findest du in unserem Überblick zu Arten von Kartenzahlungen in Deutschland.
Kosten & Gebühren: So setzen sich Kartenterminal-Kosten zusammen
Kartenterminal-Kosten bestehen fast nie nur aus „einer Gebühr“. In der Praxis setzt sich der Preis meist aus Bausteinen zusammen:
- Terminalkosten: Kauf, Miete oder Bundle (einmalig oder laufend)
- Grundgebühr: monatliche Pauschale (häufig bei klassischen Acquirern)
- Transaktionskosten: pro Zahlung oder prozentual (je Kartenart unterschiedlich)
- Zusatzkosten: z. B. SIM/Datentarif, Servicepakete, Zusatzterminals, Papierrollen
Beispielhafte Einstiegskonditionen (je nach Tarif/Setup)
| Anbieter | Beispiel-Tarif/Setup | Einmalkosten | Grundgebühr/Monat | Girocard (Beispiel) | Kreditkarte (Beispiel) | Vertragslaufzeit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bezahlexperten | ThekenPOS | 24,99 € | 17,97 € | 0,25 % | 1,19 % | 24 Monate |
| Commerz Globalpay | „Deutschland zahlt digital“ (SoftPOS) | 0 € | 0 € | 1,29 % | 1,29 % | 36 Monate |
| Flatpay | Standard-Konditionen | 0 € | 0 € | 1,29 % | 1,29 % | 36 Monate |
| Nexi | SoftPOS (Kauf) | 19,95 € | 0 € | 1,69 % | 1,69 % | keine |
| Payone | Tap on Mobile | 0 € | 0 € | 0,89 % | 1,90 % | keine |
| SumUp | Umsatzbasiert (SoftPOS) | 0 € | 0 € | 1,39 % | 1,39 % | keine |
| TeleCash | „Deutschland zahlt digital“ | 0 € | 9,90 € | 1,00 % | 1,00 % | 36 Monate |
| Unzer | SmartPOS | 0 € | 0 € | 0,99 % | 0,99 % | 24 Monate |
| VR Pay | „Deutschland zahlt digital“ | 0 € | 19,90 € | 0 %* | 0 %* | 36 Monate |
| Vert | „Deutschland zahlt digital“ | 0 € | 5,99 € | 0,99 % | 0,99 % | 60 Monate |
| Zettle | Reader (MiniPOS) | 29,00 € | 0 € | 0,95 % | 2,75 % | keine |
| myPOS | Tap to Pay Starter | 0 € | 0 € | 1,40 % | 1,80 % | keine |
*Bei einzelnen Flatrate-/Bundle-Modellen können Gebühren (teilweise) über inkludiertes Umsatzvolumen oder Paketlogik abgedeckt sein. Entscheidend sind immer die konkreten Tarifbedingungen (inkl. Limits und Zusatzkosten).
Für eine verständliche Einordnung typischer Händlerkosten (inkl. Praxisbeispielen) lies auch Kosten der Kartenzahlung für Händler.
Kartenterminal-Anbieter vergleichen: Wichtige Unterschiede
Beim Vergleich von Kartenterminal-Anbietern sind diese Punkte meist entscheidend:
1) Vertragsmodell: flexibel vs. Laufzeit
- Flexible Modelle: häufig ohne Mindestlaufzeit, dafür eher standardisierte Konditionen
- Laufzeitverträge: oft mit Servicepaketen und optional günstigeren Konditionen – aber weniger flexibel
2) Akzeptanz & Abrechnung
- Unterstützte Karten (Girocard, Debit, Kredit, ggf. Amex)
- Auszahlungsrhythmus und Transparenz der Abrechnung
- Gebührenlogik (prozentual, fix, gemischt)
3) Technik & Bedienung
- Stabilität der Verbindung (WLAN/LAN/Mobilfunk)
- Geschwindigkeit am POS und intuitive Bedienung
- Belegdruck, Trinkgeld, Retouren/Stornos, Mehrwertsteuersätze
4) Support & Service
- Erreichbarkeit (z. B. abends/wochenends)
- Austauschgeräte, Techniker-Service, Service-Level
Wenn du Anbieter schnell nach deinen Anforderungen filtern willst, nutze den Kartenterminal-Vergleichsrechner.
Entscheidungshilfe: Welches Kartenterminal passt zu deinem Business?
Hier sind typische Szenarien – inklusive einer „schnellen“ Empfehlung, worauf du achten solltest:

Einzelhandel mit fester Kasse (hoher Durchsatz)
- Stationär oder SmartPOS, optional mit Kassenintegration
- Achte auf: Stabilität, schnelle Autorisierung, Belegdruck, ggf. mehrere Terminals
- Tipp: Verschaffe dir einen Überblick über wichtige Kartenterminal-Modelle
Gastronomie (Zahlung am Tisch)
- Mobile Terminals mit Trinkgeldfunktion
- Achte auf: WLAN/4G, Reichweite, robuste Hardware, schnelle Bedienung
Mobile Dienstleister (Handwerk, Lieferdienst, Marktstand)
- Mobile Terminals oder SoftPOS als leichte Lösung
- Achte auf: Akkulaufzeit, Empfang, Offline-/Fallback-Optionen, Belegprozess
Start-ups & kleine Händler (wenige Transaktionen)
- Flexible Tarife ohne lange Laufzeit können sinnvoll sein
- Achte auf: keine versteckten Fixkosten, transparente Gebühren
Wenn du dich für konkrete Anbieter interessierst, findest du ausführliche Einzeltests, z. B. SumUp Kartenterminals im Test.
Recht & Sicherheit: GoBD, KassenSichV, PCI DSS – was ist relevant?
Für Händler sind drei Bereiche besonders wichtig:
- GoBD: regelt, wie digitale Unterlagen und Aufzeichnungen ordnungsgemäß geführt und aufbewahrt werden. Maßgeblich sind die Vorgaben des Bundesfinanzministeriums.
Externer Hintergrund: GoBD-Informationen beim BMF - KassenSichV: betrifft elektronische Aufzeichnungssysteme (z. B. Kassen) und Anforderungen wie TSE/Belegausgabe – relevant, wenn Kartenzahlung in ein Kassensystem eingebunden ist.
Externer Rechtsrahmen: KassenSichV bei Gesetze im Internet - PCI DSS: Sicherheitsstandard zum Schutz von Kartendaten – in der Praxis erfüllen Anbieter/Payment-Setups die Anforderungen typischerweise über zertifizierte Dienstleister und sichere Prozesse.
Externer Überblick: PCI DSS beim PCI SSC
Wenn du Kartenterminal und Kasse zusammen denkst (z. B. Gastro/Filialbetrieb), lohnt sich ein Blick in unseren Kassensystem-Vergleichsrechner.
Praxis-Checkliste: In 10 Minuten zur passenden Lösung
Nutze diese kurze Liste, bevor du Angebote vergleichst:
- Einsatzort klären: stationär, mobil oder gemischt?
- Anzahl Zahlungen/Monat grob schätzen (z. B. 50 / 500 / 5.000)
- Durchschnittsbon festhalten (z. B. 15 €, 45 €, 120 €)
- Zahlarten: Girocard, Debit, Kredit, Apple Pay/Google Pay, ggf. Amex
- Integration: brauchst du eine Kassenanbindung oder reicht Standalone?
- Belegprozess: digital, Druck, E-Mail/SMS, Pflichtangaben
- Vertragswunsch: flexibel vs. Laufzeit mit Servicepaket
- Zusatzterminals: ein Gerät reicht oder brauchst du mehrere Kassenplätze?
- Supportbedarf: Erreichbarkeit und Austauschservice realistisch bewerten
- Gesamtkosten rechnen: Fixkosten + variable Gebühren + mögliche Extras
Für SoftPOS als Option (z. B. als Zusatzlösung) findest du hier den Einstieg: SoftPOS: Kartenzahlung mit dem Smartphone.
FAQ: Häufige Fragen zu Kartenterminals
Ein Kartenterminal nimmt Zahlungen an. Ein Kassensystem verwaltet zusätzlich Artikel, Steuern, Belege, Berichte und oft Lager/Benutzerrechte. Beides kann getrennt oder integriert genutzt werden.
Für viele Zielgruppen in Deutschland ist Girocard weiterhin wichtig. Ob du sie zwingend brauchst, hängt von Kundschaft, Standort und Bons ab – im Alltag ist Girocard häufig ein Muss im stationären Handel.
Nicht automatisch. Ohne Grundgebühr zahlst du meist höhere variable Gebühren. Bei höherem Umsatz kann ein Tarif mit Grundgebühr (und besseren Konditionen) günstiger sein.
Ja, mit SoftPOS/Tap to Pay. Du brauchst ein geeignetes Gerät und einen Anbieter, der diese Lösung unterstützt. Prüfe Limits, Kartenabdeckung und Belegprozess.
Das hängt vom Anbieter ab (z. B. täglich, wöchentlich oder nach Zeitplan). Entscheidend sind die Auszahlungsbedingungen im Vertrag.
Das Terminal allein ist nur ein Teil. Relevant ist vor allem, wie Belege und Aufzeichnungen im Gesamtsystem (Terminal, Kasse, Backend) geführt und aufbewahrt werden.
Wichtig sind sichere Prozesse zur Verarbeitung von Kartendaten (PCI DSS) sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben rund um Kasse/Belege. Seriöse Anbieter setzen dafür zertifizierte Infrastruktur ein.
