Kontaktlose Kartenzahlung am Kartenterminal mit Smartphone

Kartenterminals in Deutschland: Vergleich, Kosten & Entscheidungshilfe

Kartenterminals sind für viele Unternehmen in Deutschland heute Standard: Kundinnen und Kunden möchten an der Kasse schnell und kontaktlos bezahlen – mit Girocard, Debit- oder Kreditkarte sowie per Smartphone und Smartwatch. Für dich als Händler zählt dabei vor allem eins: ein Kartenterminal, das zu deinem Geschäftsmodell passt und bei Kosten, Laufzeit und Technik keine Überraschungen liefert.

In diesem Guide bekommst du einen praxisnahen Überblick: Terminal-Arten, typische Gebührenmodelle, Auswahlkriterien und eine klare Entscheidungshilfe für unterschiedliche Einsatzszenarien.

Was ist ein Kartenterminal – und wofür brauchst du es?

Ein Kartenterminal (EC-Terminal) ist das Gerät, mit dem du Kartenzahlungen am Point of Sale (POS) annimmst. Moderne Terminals unterstützen in der Regel:

  • Kontaktloses Bezahlen (NFC) mit Karte oder Wallet
  • Girocard, Debit- und Kreditkarten (je nach Vertrag)
  • Digitale Belege/Belegdruck (abhängig vom Setup)
  • Optionale Kassenintegration (z. B. über Schnittstellen oder Komplettsysteme)

Wenn du dir einen schnellen Marktüberblick verschaffen willst, hilft dir unser Kartenterminal Vergleich 2026 mit strukturierten Bewertungen.

Welche Arten von Kartenterminals gibt es?

Je nach Einsatzort und Arbeitsweise sind unterschiedliche Terminaltypen sinnvoll:

Übersicht der Kartenterminal-Arten
Die wichtigsten Kartenterminal-Typen im schnellen Überblick

Stationäre Kartenterminals (Countertop)

  • Für feste Kassenplätze im Einzelhandel
  • Stabil, oft mit LAN oder Basisstation
  • Geeignet bei hohem Durchsatz und klaren Abläufen

Mobile Kartenterminals

  • Für Gastronomie, Lieferdienste, Handwerk, Märkte
  • Verbindung per WLAN/4G/5G (modellabhängig)
  • Ideal, wenn du Zahlungen am Tisch oder unterwegs annimmst

SmartPOS-Terminals (All-in-One)

  • Terminal + Apps + oft Kassenfunktionen auf einem Gerät
  • Sinnvoll, wenn du mehr als nur kassieren willst (z. B. Artikelverwaltung, Trinkgeld, digitale Bons)

SoftPOS / Tap to Pay

  • Kartenzahlung direkt über Smartphone/Tablet (NFC-fähig)
  • Praktisch als zweites Terminal oder für mobile Einsätze
  • Wichtig: Geräte-/OS-Voraussetzungen und Limits je Anbieter prüfen

Mehr Details zu Funktionsweise, Abgrenzungen und typischen Einsatzfällen findest du in unserem Überblick zu Arten von Kartenzahlungen in Deutschland.

Kosten & Gebühren: So setzen sich Kartenterminal-Kosten zusammen

Kartenterminal-Kosten bestehen fast nie nur aus „einer Gebühr“. In der Praxis setzt sich der Preis meist aus Bausteinen zusammen:

  • Terminalkosten: Kauf, Miete oder Bundle (einmalig oder laufend)
  • Grundgebühr: monatliche Pauschale (häufig bei klassischen Acquirern)
  • Transaktionskosten: pro Zahlung oder prozentual (je Kartenart unterschiedlich)
  • Zusatzkosten: z. B. SIM/Datentarif, Servicepakete, Zusatzterminals, Papierrollen

Beispielhafte Einstiegskonditionen (je nach Tarif/Setup)

AnbieterBeispiel-Tarif/SetupEinmalkostenGrundgebühr/MonatGirocard (Beispiel)Kreditkarte (Beispiel)Vertragslaufzeit
BezahlexpertenThekenPOS24,99 €17,97 €0,25 %1,19 %24 Monate
Commerz Globalpay„Deutschland zahlt digital“ (SoftPOS)0 €0 €1,29 %1,29 %36 Monate
FlatpayStandard-Konditionen0 €0 €1,29 %1,29 %36 Monate
NexiSoftPOS (Kauf)19,95 €0 €1,69 %1,69 %keine
PayoneTap on Mobile0 €0 €0,89 %1,90 %keine
SumUpUmsatzbasiert (SoftPOS)0 €0 €1,39 %1,39 %keine
TeleCash„Deutschland zahlt digital“0 €9,90 €1,00 %1,00 %36 Monate
UnzerSmartPOS0 €0 €0,99 %0,99 %24 Monate
VR Pay„Deutschland zahlt digital“0 €19,90 €0 %*0 %*36 Monate
Vert„Deutschland zahlt digital“0 €5,99 €0,99 %0,99 %60 Monate
ZettleReader (MiniPOS)29,00 €0 €0,95 %2,75 %keine
myPOSTap to Pay Starter0 €0 €1,40 %1,80 %keine

*Bei einzelnen Flatrate-/Bundle-Modellen können Gebühren (teilweise) über inkludiertes Umsatzvolumen oder Paketlogik abgedeckt sein. Entscheidend sind immer die konkreten Tarifbedingungen (inkl. Limits und Zusatzkosten).

Für eine verständliche Einordnung typischer Händlerkosten (inkl. Praxisbeispielen) lies auch Kosten der Kartenzahlung für Händler.

Kartenterminal-Anbieter vergleichen: Wichtige Unterschiede

Beim Vergleich von Kartenterminal-Anbietern sind diese Punkte meist entscheidend:

1) Vertragsmodell: flexibel vs. Laufzeit

  • Flexible Modelle: häufig ohne Mindestlaufzeit, dafür eher standardisierte Konditionen
  • Laufzeitverträge: oft mit Servicepaketen und optional günstigeren Konditionen – aber weniger flexibel

2) Akzeptanz & Abrechnung

  • Unterstützte Karten (Girocard, Debit, Kredit, ggf. Amex)
  • Auszahlungsrhythmus und Transparenz der Abrechnung
  • Gebührenlogik (prozentual, fix, gemischt)

3) Technik & Bedienung

  • Stabilität der Verbindung (WLAN/LAN/Mobilfunk)
  • Geschwindigkeit am POS und intuitive Bedienung
  • Belegdruck, Trinkgeld, Retouren/Stornos, Mehrwertsteuersätze

4) Support & Service

  • Erreichbarkeit (z. B. abends/wochenends)
  • Austauschgeräte, Techniker-Service, Service-Level

Wenn du Anbieter schnell nach deinen Anforderungen filtern willst, nutze den Kartenterminal-Vergleichsrechner.

Entscheidungshilfe: Welches Kartenterminal passt zu deinem Business?

Hier sind typische Szenarien – inklusive einer „schnellen“ Empfehlung, worauf du achten solltest:

Mobiles Kartenterminal im Einsatz bei einem Dienstleister vor Ort
Mobile Terminals eignen sich für Handwerk, Lieferdienst und Außendienst

Einzelhandel mit fester Kasse (hoher Durchsatz)

  • Stationär oder SmartPOS, optional mit Kassenintegration
  • Achte auf: Stabilität, schnelle Autorisierung, Belegdruck, ggf. mehrere Terminals
  • Tipp: Verschaffe dir einen Überblick über wichtige Kartenterminal-Modelle

Gastronomie (Zahlung am Tisch)

  • Mobile Terminals mit Trinkgeldfunktion
  • Achte auf: WLAN/4G, Reichweite, robuste Hardware, schnelle Bedienung

Mobile Dienstleister (Handwerk, Lieferdienst, Marktstand)

  • Mobile Terminals oder SoftPOS als leichte Lösung
  • Achte auf: Akkulaufzeit, Empfang, Offline-/Fallback-Optionen, Belegprozess

Start-ups & kleine Händler (wenige Transaktionen)

  • Flexible Tarife ohne lange Laufzeit können sinnvoll sein
  • Achte auf: keine versteckten Fixkosten, transparente Gebühren

Wenn du dich für konkrete Anbieter interessierst, findest du ausführliche Einzeltests, z. B. SumUp Kartenterminals im Test.

Recht & Sicherheit: GoBD, KassenSichV, PCI DSS – was ist relevant?

Für Händler sind drei Bereiche besonders wichtig:

  • GoBD: regelt, wie digitale Unterlagen und Aufzeichnungen ordnungsgemäß geführt und aufbewahrt werden. Maßgeblich sind die Vorgaben des Bundesfinanzministeriums.
    Externer Hintergrund: GoBD-Informationen beim BMF
  • KassenSichV: betrifft elektronische Aufzeichnungssysteme (z. B. Kassen) und Anforderungen wie TSE/Belegausgabe – relevant, wenn Kartenzahlung in ein Kassensystem eingebunden ist.
    Externer Rechtsrahmen: KassenSichV bei Gesetze im Internet
  • PCI DSS: Sicherheitsstandard zum Schutz von Kartendaten – in der Praxis erfüllen Anbieter/Payment-Setups die Anforderungen typischerweise über zertifizierte Dienstleister und sichere Prozesse.
    Externer Überblick: PCI DSS beim PCI SSC

Wenn du Kartenterminal und Kasse zusammen denkst (z. B. Gastro/Filialbetrieb), lohnt sich ein Blick in unseren Kassensystem-Vergleichsrechner.

Praxis-Checkliste: In 10 Minuten zur passenden Lösung

Nutze diese kurze Liste, bevor du Angebote vergleichst:

  1. Einsatzort klären: stationär, mobil oder gemischt?
  2. Anzahl Zahlungen/Monat grob schätzen (z. B. 50 / 500 / 5.000)
  3. Durchschnittsbon festhalten (z. B. 15 €, 45 €, 120 €)
  4. Zahlarten: Girocard, Debit, Kredit, Apple Pay/Google Pay, ggf. Amex
  5. Integration: brauchst du eine Kassenanbindung oder reicht Standalone?
  6. Belegprozess: digital, Druck, E-Mail/SMS, Pflichtangaben
  7. Vertragswunsch: flexibel vs. Laufzeit mit Servicepaket
  8. Zusatzterminals: ein Gerät reicht oder brauchst du mehrere Kassenplätze?
  9. Supportbedarf: Erreichbarkeit und Austauschservice realistisch bewerten
  10. Gesamtkosten rechnen: Fixkosten + variable Gebühren + mögliche Extras

Für SoftPOS als Option (z. B. als Zusatzlösung) findest du hier den Einstieg: SoftPOS: Kartenzahlung mit dem Smartphone.

FAQ: Häufige Fragen zu Kartenterminals

Was ist der Unterschied zwischen Kartenterminal und Kassensystem?

Ein Kartenterminal nimmt Zahlungen an. Ein Kassensystem verwaltet zusätzlich Artikel, Steuern, Belege, Berichte und oft Lager/Benutzerrechte. Beides kann getrennt oder integriert genutzt werden.

Brauche ich zwingend eine Girocard-Akzeptanz?

Für viele Zielgruppen in Deutschland ist Girocard weiterhin wichtig. Ob du sie zwingend brauchst, hängt von Kundschaft, Standort und Bons ab – im Alltag ist Girocard häufig ein Muss im stationären Handel.

Sind „keine Grundgebühr“-Tarife immer günstiger?

Nicht automatisch. Ohne Grundgebühr zahlst du meist höhere variable Gebühren. Bei höherem Umsatz kann ein Tarif mit Grundgebühr (und besseren Konditionen) günstiger sein.

Kann ich Kartenzahlung auch nur mit dem Smartphone anbieten?

Ja, mit SoftPOS/Tap to Pay. Du brauchst ein geeignetes Gerät und einen Anbieter, der diese Lösung unterstützt. Prüfe Limits, Kartenabdeckung und Belegprozess.

Wie schnell bekomme ich mein Geld ausgezahlt?

Das hängt vom Anbieter ab (z. B. täglich, wöchentlich oder nach Zeitplan). Entscheidend sind die Auszahlungsbedingungen im Vertrag.

Muss mein Terminal GoBD-konform sein?

Das Terminal allein ist nur ein Teil. Relevant ist vor allem, wie Belege und Aufzeichnungen im Gesamtsystem (Terminal, Kasse, Backend) geführt und aufbewahrt werden.

Welche Sicherheitsstandards sind bei Kartenzahlung wichtig?

Wichtig sind sichere Prozesse zur Verarbeitung von Kartendaten (PCI DSS) sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben rund um Kasse/Belege. Seriöse Anbieter setzen dafür zertifizierte Infrastruktur ein.