LocaFox Kassensystem im Test: Funktionen, Preise und Eignung für den Einzelhandel

Locafox Kassensystem
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LocaFox ist ein deutsches Kassensystem der LocaFox GmbH mit Sitz in Bielefeld und seit 2020 Teil der ANKER Gruppe. Der Hersteller positioniert die Lösung vor allem für Handel, Warenwirtschaft, Shop-Anbindungen und Self-Checkout, also für Betriebe, die mehr als nur kassieren möchten.

BizGuide24 Bewertungssiegel
7,7
EXPERT SCORE
Logo von Locafox
Feature Score
7,8
Hardware Score
6,9
Qualität Kundenservice
7,0
Trustpilot Score
7,6
Google Score
8,8
Beschreibung

Kassensystem für den stationären Einzelhandel, das die lokale Sichtbarkeit durch die Anbindung an Online-Marktplätze und Plattformen erhöht.

Das Wichtigste in Kürze

  • LocaFox ist vor allem für Einzelhändler interessant, die Kasse, Warenwirtschaft und Shop-Anbindungen in einem System bündeln wollen.
  • Die Software ist monatlich kündbar, startet im Small-Paket bei 49 Euro monatlich und wird im Enterprise-Paket individuell angeboten.
  • DATEV-Export und direkte Terminalanbindung starten laut Hersteller ab dem M-Paket, wodurch Small eher ein Einstiegstarif bleibt.
  • Für rechtssicheren Betrieb zählen TSE, Belegausgabe, GoBD-konforme Aufzeichnungen und die fristgerechte Meldung des Systems an die Finanzverwaltung.

Was ist das LocaFox Kassensystem?

LocaFox ist ein cloudbasiertes POS-System für Händler, die Kasse, Warenwirtschaft und Schnittstellen zentral steuern wollen.

Im Kern verbindet LocaFox die Kassen-App mit Backoffice, Artikelverwaltung, Bestandsführung, Reporting und optionalen Erweiterungen wie Shop-Anbindungen oder Self-Checkout. Für Händler, die gerade vergleichen, lohnt sich auch ein Blick in unseren Ratgeber zu den besten Kassensystemen für den Handel.

Die Unternehmensgeschichte ist für viele Händler ebenfalls relevant: LocaFox startete 2013 in Berlin, entwickelte sich 2016 in Richtung Kassensoftware und gehört seit 2020 zur ANKER Gruppe. Damit steht hinter der Software heute eine Kombination aus POS-Software und Hardware-Know-how aus dem ANKER-Umfeld.

Für wen eignet sich LocaFox?

LocaFox passt am besten zu Einzelhändlern, kleinen Filialstrukturen und Betrieben, die Artikel, Bestände und Verkäufe in einem System verwalten möchten.

Besonders stimmig ist das System für Boutiquen, Fachgeschäfte, Hofläden, Kioske, Bäckereien und andere Handelskonzepte mit Sortiment, Warengruppen und Lagerbezug. Der öffentliche Produktfokus liegt klar auf Handel, Warenwirtschaft, Shop-Verknüpfung und filialfähigen Prozessen. Wer stattdessen primär eine reine Tablet-Lösung sucht, findet ergänzend unseren Überblick zu iPad-Kassensystemen.

Weniger passend ist LocaFox für Betriebe, die sehr tiefe Gastro-Spezialfunktionen erwarten und deren Schwerpunkt auf Tischverwaltung, komplexer Bonierung oder reinem Restaurantbetrieb liegt. LocaFox bietet zwar Self-Checkout und Zahlungsintegration, kommuniziert öffentlich aber deutlich stärker Handels- und Omnichannel-Anwendungen als klassische Gastro-Tiefe.

Welche Funktionen bietet LocaFox im Alltag?

LocaFox deckt die Kernprozesse am POS inklusive Checkout, Warenwirtschaft, Reporting und Schnittstellen solide ab.

Universal
Digitale Belege vorhanden
Gutscheinverwaltung vorhanden
Kassenbuch vorhanden
KassenSichV / TSE vorhanden
Kundenkartei vorhanden
Lieferantenmanagement nicht vorhanden
Mitarbeiter-Logins vorhanden
Offline-Modus vorhanden
Terminmanagement nicht vorhanden
Wechselgeldrechnernicht vorhanden
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Kassieren und Zahlarten

LocaFox unterstützt den Verkauf am POS mit klassischem Checkout, Barzahlung und angebundenen Karten- beziehungsweise Terminalzahlungen. Laut Herstellerkommunikation und Help-Center funktioniert die direkte Kommunikation mit unterstützten Terminals über die ZVT-Schnittstelle; offiziell genannt werden unter anderem SumUp Air bzw. Solo Lite, Flatpay mit PAX A920 Pro sowie CCV-Geräte über POS-cashservice beziehungsweise omono. Wer Gebühren und Modelle einordnen will, findet dazu auch unsere Beiträge zu den Kosten der Kartenzahlung für Händler und zu Kartenterminal-Modellen in Deutschland.

Warenwirtschaft und Artikelpflege

Die Warenwirtschaft ist eine der stärkeren Seiten von LocaFox. Händler können Produkte anlegen, Bestände pflegen, Varianten abbilden, Warengruppen strukturieren, EAN- oder GTIN-Codes hinterlegen und bei Bedarf eigene Etiketten erstellen. Zusätzlich nennt LocaFox Produktimport, Mindestbestandswarnungen und die Verbindung externer Systeme als Teil des Setups.

Tablet-Kasse mit Warenwirtschaft und Artikelverwaltung im Fachgeschäft
Die Kombination aus POS und Warenwirtschaft ist eine der wichtigsten Stärken von LocaFox.

Buchhaltung, Reporting und Backoffice

Im Backoffice stehen Berichte, Kassenabschluss, Benutzerverwaltung und Auswertungen zur Verfügung. Für die Buchhaltung wichtig: Das DATEV-Modul ist laut Help-Center ab dem M-Paket verfügbar und erzeugt standardisierte Exporte für den Steuerberater.

Online-Shop, Omnichannel und Self-Checkout

Für Omnichannel-Prozesse setzt LocaFox auf Shop-Verknüpfungen statt auf ein isoliertes Kassensystem. Offiziell dokumentiert ist etwa die Verbindung mit einem Lightspeed-Onlineshop, inklusive Produktkatalog-Synchronisierung, Bestellverwaltung und Click & Collect. Zusätzlich bietet LocaFox ein Self-Checkout-System an, das auf Wunsch mit Cash Recycler kombiniert werden kann.

Welche Hardware gibt es?

LocaFox kombiniert ein All-in-One-Terminal mit tabletbasierten Setups und passendem POS-Zubehör.

Hardware Typ Einmalkosten Zusammenfassung
One Kassensystem Hardware
One
Gerätetyp Kassenterminal Kosten
699,00 €
Details

Kassenterminal, 10″ Display, 4 " Kundendisplay, Bondrucker

Das zentrale Hardware-Flaggschiff ist LocaFox ONE. Offiziell nennt der Hersteller ein 10-Zoll-Touchdisplay, ein 4-Zoll-Kundendisplay, einen integrierten 80-mm-Thermodrucker, WLAN, LAN und Bluetooth sowie die Kompatibilität mit dem Cash Recycler. Das Gerät ist laut Hersteller TSE-ready und für kleine Verkaufstresen gedacht.

Daneben beschreibt LocaFox tabletbasierte Kassen-Setups mit Android-Tablet, Bondrucker, Geldschublade und optionalem Zubehör wie Scanner, Etikettendrucker oder Halterung. Für kleine Flächen und flexible Verkaufspunkte ist diese Bauweise oft sinnvoller als ein klassisches großes Terminal.

Wie sind Preise und Pakete aufgebaut?

LocaFox staffelt die Software in vier Pakete von Small bis Enterprise.

Paket Monatliche Kosten Funktionen
Locafox - Paket Enterprise Kosten ab 129,00 € / Monat Details

Mit individuell konfigurierbarem Funktionsumfang und Enterprise‑Support.

Locafox - Paket Large Kosten ab 119,00 € / Monat Details

Mit vollem Funktionsumfang für wachsende Unternehmen, inklusive erweiterter Warenwirtschaft.

Locafox - Paket Medium Kosten ab 69,00 € / Monat Details

Mit zusätzlichen Funktionen gegenüber Small, ideal für wachsende Betriebe mit erweiterten Anforderungen.

Locafox - Paket Small Kosten ab 39,00 € / Monat Details

Für kleine Unternehmen mit einfachem Kassensystem und grundlegenden Funktionen.

Nach der offiziellen Preisübersicht kostet Small 49 Euro monatlich oder 39 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung, Medium 79 bzw. 69 Euro und Large 129 bzw. 119 Euro; Enterprise wird individuell kalkuliert. Gleichzeitig wirbt LocaFox mit monatlich kündbaren Lizenzen, was vor allem für kleinere Händler ein Plus ist. Die offizielle Übersicht finden Sie in der LocaFox-Preisübersicht.

Die folgende Einordnung orientiert sich an den offiziellen Paketbeschreibungen sowie an den Herstellerhinweisen zu DATEV ab M-Paket und ZVT-Anbindung ab M-Paket.

PaketGeeignet fürPraktische Einordnung
SmallEinzelunternehmer, Start-ups, kleine LädenGünstiger Einstieg für Basisprozesse, aber ohne DATEV-Modul und ohne direkte ZVT-Terminalanbindung.
MediumWachsende EinzelhändlerSinnvoll, sobald Buchhaltungsexport und engere Verzahnung mit Kartenterminals wichtig werden.
LargeKleine und mittlere MehrfilialistenPassender für Händler mit größerem Sortiments- und Plattformbedarf.
EnterpriseFranchises und komplexe FilialstrukturenFür individuelle Prozesse, mehrere Standorte und skalierende Organisationen gedacht.

Wo liegen die Stärken und Grenzen?

Die Stärken von LocaFox liegen im Handel, bei der Warenwirtschaft und in modularen Erweiterungen.

Vorteile

  • Handelsspezifischer Fokus mit Bestandsführung, Warengruppen, Varianten und Barcode-/EAN-Logik.
  • Vier klar gestaffelte Pakete mit monatlicher Kündbarkeit und sauberem Upgrade-Pfad.
  • DATEV, Shop-Anbindungen und Self-Checkout machen das System für wachsende Händler ausbaufähig.
  • Cloud-TSE ist laut Hersteller in den Funktionspaketen enthalten, wodurch keine separaten Cloud-TSE-Kosten anfallen sollen.

Nachteile

  • Small ist funktional eher ein Einstiegspaket, weil DATEV und ZVT-Anbindung offiziell erst ab Medium starten.
  • Enterprise ist preislich nicht transparent, weil der Tarif nur auf Anfrage angeboten wird.
  • Für Einrichtung, TSE-Aktivierung, Updates und Kassenabschluss ist eine Internetverbindung nötig, auch wenn der laufende Betrieb temporär offline möglich ist.
  • Die öffentliche Produktkommunikation fokussiert deutlich stärker Handel und Omnichannel als tief spezialisierte Restaurantprozesse.

Was müssen Händler rechtlich beachten?

Für den rechtssicheren Einsatz müssen TSE, Belegausgabe, GoBD-Prozesse und die Meldung des Systems zusammenpassen.

Für LocaFox wichtig ist zuerst die TSE. Der Hersteller beschreibt sowohl Cloud-TSE als auch Hardware-TSE und ordnet die Lösung als GoBD- und KassenSichV-konform ein. GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung elektronischer Unterlagen; für Händler heißt das vor allem nachvollziehbare, vollständige und prüfbare Aufzeichnungen. Wer die Anforderungen vertiefen möchte, findet dazu unseren Leitfaden zu Registrierkassen-Pflicht und KassenSichV sowie die offizielle GoBD-Veröffentlichung des BMF.

Zweitens bleibt die Meldepflicht wichtig. Das BMF stellt das Mitteilungsverfahren seit dem 1. Januar 2025 bereit; für vor dem 1. Juli 2025 angeschaffte Systeme galt eine Übergangsfrist bis 31. Juli 2025, danach ist die Mitteilung grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme abzugeben. Dazu passt unser Überblick zur Meldepflicht für elektronische Kassensysteme.

Drittens sollten Händler die Belegausgabe sauber organisieren. Nach der KassenSichV kann der Beleg in Papierform oder mit Zustimmung des Kunden elektronisch ausgegeben werden. Das ist für digitale Bons und QR-Prozesse relevant.

Fazit: Für wen lohnt sich LocaFox?

LocaFox lohnt sich vor allem für Händler, die ein modulares System mit Warenwirtschaft und Skalierungsoptionen suchen.

Stark ist LocaFox immer dann, wenn Sortiment, Bestände, Buchhaltungsexport und Shop- beziehungsweise Filiallogik zusammenlaufen sollen. Das System ist kein reiner Billig-POS, sondern eher eine ausbaufähige Handelsplattform für kleine bis mittlere Betriebe, die mit ihrem Setup wachsen wollen. Für einen breiteren Marktvergleich eignet sich zusätzlich unser Kassensystem-Vergleichsrechner.

Ist LocaFox TSE-konform?

Ja, LocaFox beschreibt seine Systeme als TSE-, GoBD- und KassenSichV-konform; bei den Funktionspaketen ist laut Hersteller eine Cloud-TSE enthalten.

Für welche Branchen ist LocaFox am besten geeignet?

Am stärksten wirkt LocaFox im Einzelhandel, bei filialfähigen Handelskonzepten und überall dort, wo Warenwirtschaft und Artikelpflege eine große Rolle spielen.

Gibt es einen Offline-Modus?

Ja, der laufende Kassenbetrieb kann laut Hersteller temporär offline weiterlaufen, während Einrichtung, TSE-Aktivierung, Updates und Kassenabschluss Internet brauchen.

Welche Kartenterminals unterstützt LocaFox?

Offiziell nennt LocaFox unter anderem SumUp Air beziehungsweise Solo Lite, Flatpay mit PAX A920 Pro sowie CCV-Terminals über POS-cashservice beziehungsweise omono.

Ab welchem Paket gibt es DATEV?

Das DATEV-Modul ist laut LocaFox Help-Center ab dem M-Paket verfügbar.

Kann ich einen Online-Shop anbinden?

Ja, LocaFox dokumentiert Shop-Anbindungen, etwa mit Lightspeed eCom, inklusive Katalog-Synchronisierung und Click-&-Collect-Prozessen.

Was kostet LocaFox?

Offiziell startet LocaFox bei 49 Euro monatlich im Small-Paket oder 39 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung; Enterprise wird individuell kalkuliert.

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