iPad Kassensystem: So funktioniert die iPad-Kasse – Vorteile, Anforderungen & Kosten
Immer mehr Händler und Gastronomen setzen auf ein iPad Kassensystem statt klassischer Registrierkasse oder stationärer PC-Kasse. Der Grund: iPads sind leicht zu bedienen, flexibel einsetzbar und lassen sich mit moderner Kassensoftware zu einer vollwertigen iPad-Kasse ausbauen.
In diesem Ratgeber erfährst du:
- wie ein Kassensystem fürs iPad technisch aufgebaut ist,
- welche Vorteile (und Grenzen) eine iPadkasse in der Praxis hat,
- welche Anforderungen in Deutschland für Rechtssicherheit zählen,
- und mit welchen iPad Kassensystem Kosten du realistisch rechnen solltest.
Inhaltsverzeichnis
- iPad Kassensystem: So funktioniert die iPad-Kasse – Vorteile, Anforderungen & Kosten
- Was ist ein iPad Kassensystem?
- iPad-Kasse in der Praxis: So funktioniert der Ablauf
- Vorteile und Nachteile einer iPadkasse
- iPad Kassensystem Anforderungen: Hardware, Internet und Zubehör
- Rechtssicher kassieren: TSE, DSFinV-K, GoBD & KassenSichV
- Kartenzahlung an der iPad-Kasse: Terminal, Tap to Pay und SoftPOS
- iPad Kassensystem Kosten: Hardware, Software, TSE und Zahlungsgebühren
- Für wen lohnt sich ein Kassensystem mit iPad?
- Auswahl-Checkliste: iPad Kassensystem vergleichen und richtig auswählen
- Fazit
- FAQ: iPad Kassensystem
Was ist ein iPad Kassensystem?

Ein iPad als Kassensystem ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Setup aus Software, Hardware und (meist) Zahlungsanbindung. Das iPad ist dabei die Kassenoberfläche – Verkauf, Artikelverwaltung, Berichte und Backoffice laufen über die Kassensoftware.
Typischer Aufbau einer iPad-Kasse:
- Kassensoftware (App oder Cloud-POS) auf dem iPad
- Zubehör/Hardware (z. B. Bondrucker, Kassenschublade, Scanner, Ständer)
- Kartenzahlung (Kartenterminal, ggf. Tap-to-Pay/SoftPOS, Zahlungsdienstleister)
- Rechtssichere Aufzeichnung (z. B. TSE, DSFinV-K-Export – abhängig vom Einsatz und Anbieter)
Wenn du dich generell orientieren willst, findest du in der BizGuide24-Übersicht zu Kassensystemen eine gute Einordnung der Systemtypen: Kassensystem-Ratgeber.
iPad-Kasse in der Praxis: So funktioniert der Ablauf

Ein Kassensystem iPad funktioniert im Alltag meist ähnlich – unabhängig davon, ob du Handel, Gastronomie oder einen Dienstleistungsbetrieb hast. Der Unterschied liegt in den Funktionen (z. B. Tischplan vs. Varianten/Größen).
1) Einrichtung (einmalig)
- iPad einrichten (Updates, Benutzer, Zugriffsschutz)
- Kassen-App installieren / Cloud-Konto anlegen
- Artikel, Steuersätze, Warengruppen, Rechte & Rollen pflegen
- Hardware koppeln (Drucker, Kassenlade, Scanner, Kundendisplay)
- TSE/Exports aktivieren (sofern erforderlich)
2) Verkaufsvorgang (täglich)
- Artikel auswählen oder scannen
- Rabatte, Varianten, Zusatzoptionen (z. B. „ohne Zwiebeln“, „Größe L“) anwenden
- Zahlungsart wählen (Bar, Karte, Gutschein, Rechnung etc.)
- Beleg ausgeben (Druck oder digital)
Praxis-Hinweis: Die Belegausgabe ist in Deutschland ein häufiger Stolperstein (Papier vs. digital, QR-Code, E-Mail). Einen Überblick zu Bonpflicht & digitalen Belegen findest du hier: Kassenbon & Bonpflicht.
3) Backoffice (laufend)
- Tagesabschluss / Z-Bericht (je nach System)
- Auswertungen (Umsatz, Topseller, Zahlungsmix, Mitarbeiter)
- Lager/Bestände (je nach Modul)
- Export/Archivierung für Steuer & Buchhaltung
Vorteile und Nachteile einer iPadkasse
Ein iPad Kassensystem kann sehr effizient sein – wenn es zu deinem Betrieb passt. Entscheidend ist weniger das iPad selbst, sondern ob Software, Hardware und Prozesse sauber zusammenspielen.
Vorteile einer iPad-Kasse
- Schneller Start: iPad + App ist oft in Stunden einsatzbereit.
- Einfache Bedienung: kurze Einarbeitung, intuitive Oberfläche.
- Mobilität: Kassieren am Tisch, auf der Fläche, am Pop-up-Stand.
- Modular erweiterbar: zweite Kasse, Filiale, Scanner, KDS, Lager-Modul.
- Modernes Backoffice: Auswertungen und Artikelpflege häufig auch mobil möglich.
Grenzen und Nachteile
- Abhängigkeit vom Setup: schlechtes WLAN oder unpassende Hardware = Probleme im Alltag.
- Offline ist nicht gleich offline: manche Systeme können offline nur eingeschränkt verkaufen (Details weiter unten).
- Kosten wachsen mit Modulen: günstiger Einstieg, aber Zusatzmodule (Gastro, Lager, TSE, Reports) erhöhen die Monatskosten.
- iPad ist Consumer-Hardware: Schutz (Ständer/Case), Updates und Zugriffsschutz sind Pflicht.
Wenn du einen breiteren Marktüberblick suchst (nach Branchen), helfen die BizGuide24-Bestenlisten als Startpunkt: Kassensystem-Bestenlisten.
Vergleich: iPad-Kasse vs. Registrierkasse vs. PC-Kasse
| Kriterium | iPad Kassensystem | Klassische Registrierkasse | Stationäre PC-Kasse |
|---|---|---|---|
| Einrichtung | schnell | mittel | eher aufwendig |
| Bedienung | sehr intuitiv | je nach Modell | abhängig von Software |
| Mobilität | hoch | niedrig | niedrig |
| Erweiterbarkeit (Filialen/Module) | hoch | gering–mittel | hoch |
| Backoffice/Cloud | häufig integriert | selten | häufig möglich |
| Abhängigkeit von Internet | mittel (je nach Offline-Modus) | gering | mittel |

iPad Kassensystem Anforderungen: Hardware, Internet und Zubehör
Damit eine iPadkasse im Alltag stabil läuft, brauchst du ein sauberes Setup. Viele Probleme entstehen nicht durch die Software, sondern durch WLAN, Drucker oder „wild zusammengekaufte“ Hardware.
Mindest-Setup (für die meisten Betriebe)
- iPad (aktuelles iPadOS, regelmäßige Updates)
- Tabletständer/Case (Diebstahl- und Sturzschutz)
- Bondrucker oder digitale Belege (abhängig von deinem Ablauf)
- Zahlungsmöglichkeit (Terminal oder SoftPOS)
- stabile Internetverbindung (WLAN + idealerweise Backup)
Zubehör nach Branche
- Einzelhandel: Barcode-Scanner, Kassenschublade, ggf. Kundendisplay
- Gastronomie: Tischplan, Trinkgeld, Splitten; ggf. Küchenbon/Kitchen Display
- Dienstleister: Kundenkartei, Termine, Abos/Packages
Offline-Fähigkeit richtig bewerten
Stell dir vor dem Kauf diese Fragen (und lass sie dir im Zweifel schriftlich bestätigen):
- Kann ich bei Internetausfall weiter kassieren?
- Werden Belege/Transaktionen später automatisch synchronisiert?
- Welche Funktionen sind offline nicht verfügbar (Kartenzahlung, Lager, Reports)?
Wichtig: Kartenzahlung funktioniert bei Netzausfall in der Regel nicht – selbst wenn die Kasse offline verkaufen kann.
Rechtssicher kassieren: TSE, DSFinV-K, GoBD & KassenSichV
Sobald du ein iPad als Kassensystem nutzt, gelten (je nach Einsatz) dieselben Grundregeln wie bei jeder elektronischen Kasse. Für dich zählt nicht „iPad oder nicht“, sondern: Kann das Gesamtsystem rechtssicher aufzeichnen und exportieren?
Worauf du bei Anbietern konkret achten solltest
- TSE-Lösung: Hardware-TSE oder Cloud-TSE (je nach Anbieter)
- DSFinV-K-Export: strukturierter Datenexport für Prüfungen
- Protokollierung/Unveränderbarkeit: nachvollziehbare, revisionssichere Aufzeichnung
- Belegausgabe: Papier und/oder digital sauber gelöst
- Melde-/Dokupflichten: je nach Vorgaben und Einsatz (KassenSichV)
Wenn du das Thema praxisnah vertiefen willst (inkl. Händler-Perspektive), nutze diesen Leitfaden: Registrierkassen-Pflicht & KassenSichV.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Wenn du unsicher bist, klär Setup, TSE und Export mit Anbieter + Steuerberatung, bevor du live gehst.
Kartenzahlung an der iPad-Kasse: Terminal, Tap to Pay und SoftPOS
Ein iPad Kassensystem wirkt erst dann „rund“, wenn Kartenzahlung im Ablauf sauber integriert ist. In der Praxis gibt es drei Modelle:
1) Separates Kartenterminal (ohne Integration)
- Betrag wird manuell am Terminal eingegeben
- funktioniert fast immer, ist aber fehleranfälliger (Zahlendreher)
2) Integriertes Terminal (Betragsübergabe aus der Kasse)
- Kasse übergibt Betrag automatisch ans Terminal
- weniger Fehler, schneller Kassiervorgang, sauberere Auswertungen
3) Tap to Pay / SoftPOS (Zahlung per Smartphone)
- kann für mobile Szenarien interessant sein (Events, Pop-ups)
- Voraussetzungen, Gerätekompatibilität und Gebührenmodell genau prüfen
Wenn du SoftPOS grundsätzlich bewerten willst (Chancen, Grenzen, typische Use Cases), lies hier weiter: SoftPOS – Kartenzahlung per Smartphone.
iPad Kassensystem Kosten: Hardware, Software, TSE und Zahlungsgebühren

Die iPad Kassensystem Kosten bestehen fast immer aus vier Blöcken:
- einmalige Hardware,
- laufende Softwaregebühren,
- Compliance/TSE,
- Zahlungsgebühren für Kartenzahlung.
Damit du realistisch planen kannst, findest du hier Richtwerte (typische Marktspannbreiten, Stand 01/2026).
1) Hardware-Kosten (einmalig)
| Komponente | Typischer Richtwert (einmalig) | Kommentar |
|---|---|---|
| iPad | ca. 380–400 € | je nach Modell/Generation |
| iPad-Bundle (iPad + Zubehör) | ca. 720–1.150 € | sinnvoll, wenn du „aus einem Guss“ willst |
| iPad-Ständer/Case | ca. 70–200 € | Schutz & Stabilität im Alltag |
| externer Bondrucker | ca. 260–370 € | kompatibles Modell wählen |
| Kassenschublade | ca. 65–100 € | häufig über Drucker angebunden |
| Barcode-Scanner (Retail) | ab ca. 60 € | je nach Technik deutlich mehr möglich |
2) Software-Kosten (monatlich)
Viele Anbieter arbeiten im Abo. Typische Spanne:
- ab 0 € (Basisfunktionen) bis ca. 250 € pro Monat (umfangreiche Pro-Pakete),
- häufig liegen kleine Setups im Bereich ca. 25–99 € pro Monat (abhängig von Funktionen und Kassenanzahl).
Achte besonders auf:
- Preis pro Kasse vs. pro Standort
- zusätzliche Module (Lager, Gastro, Termine, Rechnungen, Berichte)
- Kosten für Nutzer/Bediener (bei manchen Systemen)
3) TSE & Compliance (monatlich)
Je nach Anbieter kann die TSE enthalten sein oder als Modul berechnet werden. Realistisch sind häufig ca. 8–19 € pro Monat (pro Kasse bzw. pro Standort – abhängig vom Modell).
4) Zahlungsgebühren (Kartenzahlung)
Zahlungsgebühren hängen stark vom Anbieter und Modell ab (prozentual, Fixbetrag, Flat-Modelle). Als grobe Orientierung liegen typische Werte oft in folgenden Bereichen:
- Girocard: ca. 0,2–1,7 %
- Debitkarten: ca. 0,5–1,8 %
- Kreditkarten: ca. 0,7–2,8 %
- teils zusätzlich Fixbetrag: ca. 0,05–0,12 € pro Transaktion
Eine detaillierte Einordnung (und worauf Händler bei Tarifen achten sollten) findest du hier: Kosten der Kartenzahlung für Händler.
Für wen lohnt sich ein Kassensystem mit iPad?

Ein Kassensystem mit iPad passt besonders gut, wenn du schnell starten und flexibel bleiben willst.
Besonders sinnvoll für
- Einzelhandel: Boutique, Kiosk, Feinkost, Concept Store
- Gastronomie: Café, Bar, Restaurant (Tischverwaltung, Splitten, Trinkgeld)
- Dienstleister: Salon, Studio, Werkstattannahme (Kunden/Termine)
- Mobile Szenarien: Märkte, Foodtruck, Events, Pop-up
Eher ungeeignet, wenn …
- du extrem spezielle Sonderprozesse brauchst (tiefes ERP/Industrie-Workflows)
- du dauerhaft komplett ohne Internet arbeiten musst
- du zwingend sehr alte Peripherie weiternutzen willst, die nicht kompatibel ist
Für Gastronomie-spezifische Anforderungen (Tischplan, Küchenbon, Trinkgeld & Co.) hilft dir dieser Branchenvergleich: Bestes Kassensystem für Restaurants & Gastronomie.
Auswahl-Checkliste: iPad Kassensystem vergleichen und richtig auswählen
Nutze diese Checkliste, um ein iPad Kassensystem in wenigen Minuten sauber zu bewerten:
Passung & Funktionen
- Passt das System zu deiner Branche (Handel / Gastro / Dienstleistung)?
- Unterstützt es deine Kernprozesse (Retoure, Varianten, Splitten, Termine, Gutscheine)?
Technik & Betrieb
- Gibt es einen Offline-Modus (und was geht offline wirklich)?
- Ist die Hardware-Liste klar (Drucker, Scanner, Kassenlade, Display)?
- Gibt es Rollen/Rechte, Schichtmanagement, Benutzerprotokolle?
Recht & Daten
- TSE verfügbar und korrekt eingebunden?
- DSFinV-K Export möglich?
- Belegausgabe sauber gelöst (Papier/digital)?
Kosten & Skalierung
- Monatspreis pro Kasse/Standort transparent?
- Zusatzmodule klar bepreist?
- Filialfähigkeit / mehrere iPads / zentrale Artikelpflege möglich?
Wenn du nicht nur „nach Gefühl“ entscheiden willst, nutze den Vergleichsrechner als strukturierte Entscheidungshilfe: Kassensystem-Vergleichsrechner.
Fazit
Ein iPad Kassensystem kann eine sehr praxistaugliche Lösung sein: schnell eingerichtet, mobil, gut bedienbar und oft modular erweiterbar. Entscheidend ist, dass du nicht nur die App bewertest, sondern das komplette Setup: Rechtssicherheit, Offline-Fähigkeit, Hardware-Kompatibilität, Kartenzahlung und Gesamtkosten. Wenn diese Punkte passen, ist die iPad-Kasse für viele Händler und Gastronomen eine sinnvolle Alternative zur klassischen Kasse.
FAQ: iPad Kassensystem
Ja – entscheidend ist nicht das iPad, sondern ob das Kassensystem rechtssicher aufzeichnet (z. B. TSE/Export/Protokollierung) und deine Pflichten erfüllt.
In vielen Fällen ja, sobald du ein elektronisches Kassensystem zur Erfassung von Geschäftsvorfällen nutzt. Ob und wie genau hängt von deinem Einsatz und vom System ab. Klär das mit Anbieter und Steuerberatung vor dem Start.
Manche Systeme können offline weiter verkaufen (z. B. Barzahlungen) und synchronisieren später. Andere Systeme sind stark vom Internet abhängig. Prüfe vorher, welche Funktionen offline wirklich verfügbar sind.
Minimum ist iPad + Kassensoftware. In der Praxis kommen fast immer ein stabiler Ständer/Case, eine Beleglösung (Druck oder digital) und eine Lösung für Kartenzahlung dazu.
Optimal ist eine integrierte Lösung mit Betragsübergabe ans Terminal. Alternativ geht ein separates Terminal (manuelle Eingabe). Für mobile Einsätze kann SoftPOS/Tap-to-Pay interessant sein – abhängig von Gerät und Anbieter.
Das hängt vom Funktionsumfang ab. Einsteiger-Setups starten teils bei 0–30 € monatlich, typische kleine Betriebe liegen oft im Bereich 25–99 € monatlich. Pro-Pakete und Gastro-/Filialfunktionen können deutlich höher liegen. TSE und Zahlgebühren kommen zusätzlich dazu.
Häufig ja – wenn Tischplan, Splitten, Trinkgeld, Küchenbon/KDS und stabiles WLAN sauber gelöst sind. Achte besonders auf Offline-Strategie und Hardware-Kompatibilität.




