Wer Kartenzahlung im Geschäft, in der Gastronomie oder mobil anbieten will, steht meist vor denselben Fragen: Welche Gebühren sind realistisch, wie lang bindet mich der Vertrag – und welches Terminal passt zum Alltag?
In diesem Anbieterprofil schauen wir uns Vert als Kartenzahlungslösung für kleine und mittlere Unternehmen an: Terminals, Konditionen, Pflichten wie PCI DSS und typische Alternativen.
Das Wichtigste in Kürze
- Vert kombiniert Kartenterminal, Händlerportal und optionales Banking für kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland.
- Über „Deutschland zahlt digital“ können im ersten Jahr Terminalmiete und Transaktionsentgelte entfallen, wenn Voraussetzungen erfüllt sind.
- Typisch sind mobile Android-SmartPOS-Terminals wie Clover Flex oder kompakte Geräte ohne Drucker für Verkauf am Tresen oder unterwegs.
- Ab dem zweiten Jahr zählen Vertragslaufzeit, Terminalmiete und Ihr Kartenmix (girocard, Debit, Kredit) für die Gesamtkosten.
- PCI DSS bleibt Händlerpflicht; wer Anforderungen verpasst, muss mit Zusatzkosten für Compliance-Services rechnen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Vert?
- Wie funktioniert Vert für Händler?
- Welche Kartenterminals bietet Vert?
- Welche Tarife, Gebühren und Laufzeiten sind typisch?
- Welche Funktionen und Integrationen bietet Vert?
- PCI DSS und Datenschutz: Was müssen Händler erfüllen?
- Vert im Vergleich: Wann sind Alternativen sinnvoll?
- Fazit: Ist Vert das beste Angebot für Ihr Geschäft?
- FAQ
Was ist Vert?
Vert ist eine Kartenzahlungslösung aus Deutschland, die Terminals, Abrechnung und Support in einem Paket für kleinere und mittlere Betriebe bündelt. Vert ist ein Gemeinschafts-Unternehmen der Deutschen Bank und Fiserv (US-Zahlungsanbieter).
Das Angebot richtet sich an Händler, Dienstleister und Gastronomie, die Kartenzahlung inklusive Hardware, Portal und Service aus einer Hand nutzen möchten. Vert arbeitet dabei mit einem banknahen Setup und verbindet Payment-Prozesse mit klaren Zuständigkeiten im Support.
Wenn Sie die Anbieterpositionierung im Markt einordnen möchten, hilft der Kartenterminal-Vergleich der Anbieter als Überblick.
Offizielle Anbieterinformationen finden Sie auf der Website von Vert.
Deutsche Bank Joint Venture mit günstigen Gebühren
Vorteile
- Förderprogramm im ersten Jahr kostenfrei
- Zwei leistungsstarke Android-Terminals
- Digitale Verwaltung & transparente Abrechnung
- Deutsche Ansprechpartner & klare Datenschutzpolitik
- Einfache Integration & schnelle Auszahlung
Nachteile
- Clover Flex nur mit 60 Monaten Laufzeit
- Kein 24/7-Support
- PCI-DSS-Zertifizierungspflicht mit Zusatzgebühr bei Versäumnis
Wie funktioniert Vert für Händler?
Sie schließen einen Akzeptanzvertrag, erhalten ein vorkonfiguriertes SmartPOS-Terminal und steuern Zahlungen, Belege und Abrechnungen über das Händlerportal.
Typischer Ablauf von der Bestellung bis zur ersten Zahlung
- Onboarding: Daten erfassen, gewünschtes Terminal auswählen, Vertragsunterlagen abschließen.
- Lieferung & Aktivierung: Terminal kommt vorkonfiguriert; Aktivierung erfolgt über Link/Code und die Internetverbindung (WLAN oder Mobilfunk).
- Zahlung im Alltag: Kontaktlos (NFC), Chip und Magnetstreifen – je nach Karte und Terminal.
- Abrechnung: Umsätze, Gebühren (Disagio) und Auszahlungen sind im Portal nachvollziehbar.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
- Disagio: Prozentuales Transaktionsentgelt, das pro Kartenzahlung anfällt (z. B. 0,99 % vom Umsatz).
- Settlement/Auszahlung: Zeitpunkt, wann Kartenzahlungen auf Ihrem Konto gutgeschrieben werden.
- Chargeback: Rückbelastung einer Kartenzahlung, z. B. bei Reklamation oder Betrugsverdacht – Prozesse unterscheiden sich je Anbieter.
Welche Kartenterminals bietet Vert?
Vert setzt auf mobile Android-SmartPOS-Geräte wie Clover Flex (mit Drucker) und kompakte Terminals ohne Drucker für den Einsatz am Tresen oder unterwegs.
Wenn Sie Gerätearten grundsätzlich vergleichen möchten, finden Sie eine Einordnung unter Kartenterminal-Modelle in Deutschland. Für rein smartphonebasierte Akzeptanz (ohne separates Terminal) ist SoftPOS eine Alternative – sofern Ihr Use Case und Ihr Smartphone kompatibel sind.
| Terminal | Typ | Highlights | Details |
|---|---|---|---|
Clover - Flex
|
Gerätetyp SmartPOS |
Funktionen
|
Daten
Display
6 Zoll, 720 x 1440 Pixel
Maße
187 mm x 82 mm x 54 mm
Info
550g, laufzeit: bis zu 8 Stunden
|
CCV/PAX - A50
|
Gerätetyp SmartPOS |
Funktionen
|
Daten
Display
4.5 Zoll, 720 x 1280 Pixel
Maße
138 mm x 70mm x 15 mm
Info
Geiwcht: 161g, 2500 mAh
|
|
Clover - Pocket
|
Gerätetyp SmartPOS |
Funktionen
|
Daten
Display
5 Zoll, 720 × 1280 Pixel
Maße
150 mm × 75 mm × 17 mm
Info
270 g
|
Welche Terminalklasse passt zu welchem Einsatz?
| Einsatz | Terminal-Typ | Warum das passt |
|---|---|---|
| Gastronomie, Tresenbetrieb, Quittungsdruck | SmartPOS mit Drucker (z. B. Clover Flex) | Quittung direkt am Gerät, oft viele App-Funktionen für Abläufe im Service. |
| Lieferdienst, Handwerk, Marktstand, mobile Kasse | Kompaktes SmartPOS ohne Drucker | Leicht, mobil, schnell einsatzbereit; Belege oft digital oder über externen Druck. |
| Fester Kassenplatz mit bestehender Kasse | Abhängig von Schnittstellen | Entscheidend ist, ob die Zahlung sauber mit der Kassen-/Warenwirtschaft zusammenspielt. |
Welche Tarife, Gebühren und Laufzeiten sind typisch?
Bei Vert zahlen Sie meist eine Terminalmiete plus prozentuales Disagio je Transaktion; über „Deutschland zahlt digital“ können die Kosten im ersten Jahr entfallen.
Damit Sie Konditionen richtig bewerten, lohnt sich vorab ein Blick auf die Systematik der Kosten der Kartenzahlung für Händler. Für eine zweite Meinung zur Vertragsstruktur hilft außerdem die Kartenterminal-Vertragsanalyse.
Förderprogramm „Deutschland zahlt digital“: Was ist drin?
„Deutschland zahlt digital“ ist ein Einstiegsmodell, das die ersten 12 Monate stark vergünstigen kann, wenn Ihr Betrieb die Teilnahmebedingungen erfüllt.
| Baustein | Typische Regel im Förderjahr | Wichtige Voraussetzungen |
|---|---|---|
| Laufzeit Fördervorteil | 12 Monate | Unternehmen älter als 12 Monate, Kartenumsatz bis 50.000 € pro Jahr, im Vorjahr keine Kartenzahlung. |
| Kostenbestandteile | 0 € Terminalmiete, 0 € Grundgebühr, 0 € Transaktionsentgelte | Gilt nur im Rahmen des Fördermodells; danach gelten die vertraglich vereinbarten Konditionen. |
Eine praktische Einordnung zur Initiative finden Sie auch im Beitrag Deutschland zahlt digital. Details zum Fördermodell stellt Vert auf der Seite „Deutschland zahlt digital“ bereit.
Konditionen nach dem Förderjahr oder ohne Förderung
Nach dem Förderjahr – oder wenn Ihr Betrieb nicht teilnimmt – bestimmen Terminalmiete, Laufzeit und Kartenmix die laufenden Kosten.
| Paket / Terminalklasse | Typische Terminalmiete (netto) | girocard | Debit (Visa/Mastercard) | Kreditkarte | Vertragslaufzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Kompaktes SmartPOS ohne Drucker (z. B. PAX A50 / Clover Pocket) | ca. 6 € / Monat | ca. 0,99 % | ca. 0,99 % | ca. 0,99 % | häufig 36–60 Monate |
| SmartPOS mit Drucker (Clover Flex) | ca. 10–20 € / Monat | ca. 0,30–0,35 % | ca. 0,59 % | ca. 0,99 % | häufig 60 Monate |
Wichtig für Ihre Kalkulation: Das günstigste Prozent-Entgelt bringt wenig, wenn Ihre Kundschaft überwiegend mit Karten zahlt, die höher bepreist sind (z. B. Kreditkarten). Umgekehrt kann ein niedriger girocard-Satz bei hohem girocard-Anteil spürbar sparen.
Rechenbeispiel: Warum Kartenmix wichtiger ist als „eine Prozentzahl“
Die Gesamtkosten lassen sich vereinfacht als Terminalmiete + (Kartenumsatz × Disagio) betrachten.
| Annahme pro Monat | Kompakt (0,99 %) | Clover Flex (Beispielmix) |
|---|---|---|
| Kartenumsatz: 3.000 € | ca. 35,69 € (5,99 € + 29,70 €) | ca. 22,80–32,80 € (9,99–19,99 € + ~12,81 €) |
| Kartenmix (Beispiel) | egal (ein Satz) | 70 % girocard, 20 % Debit, 10 % Kredit |
Das Beispiel zeigt: Bei einem hohen girocard-Anteil kann ein Paket mit niedrigen girocard-Sätzen trotz höherer Miete wirtschaftlicher sein. Bei gemischten oder kreditkartenlastigen Umsätzen kann der Vorteil schrumpfen.
Welche Funktionen und Integrationen bietet Vert?
Vert kombiniert Kartenzahlung mit App-Funktionen auf dem Terminal und einem Portal für Umsatz- und Abrechnungsverwaltung, je nach Gerät und Paket.
Kartentypen
Weitere Zahlfeatures
Zusatzfeatures
Typische Funktionsbausteine im Händleralltag
- Digitale Abrechnung: Monatsübersichten und Transaktionslisten erleichtern die Nachkalkulation und Gebührenkontrolle.
- Apps auf SmartPOS: Je nach Terminal sind Funktionen wie Trinkgeld, einfache Artikelverwaltung oder Zeiterfassung möglich.
- Schnittstellen: Relevant wird es, wenn die Kartenzahlung automatisch mit der Kasse verbucht werden soll.
Praxis-Hinweis zu Belegen und Buchhaltung
Wenn Sie digitale Belege oder Exporte in die Buchhaltung nutzen, achten Sie auf eine GoBD-konforme Archivierung – also nachvollziehbar, vollständig und unveränderbar aufbewahrt.
Wenn Sie ohnehin Kasse und Zahlung gemeinsam auswählen, ist der Kassensystem-Vergleichsrechner ein sinnvoller nächster Schritt.
PCI DSS und Datenschutz: Was müssen Händler erfüllen?
Für Kartenzahlungen müssen Händler PCI DSS einhalten und personenbezogene Daten nach DSGVO verarbeiten – unabhängig davon, welchen Terminalanbieter Sie nutzen.
PCI DSS: Was bedeutet das konkret?
- PCI DSS ist ein Sicherheitsstandard zum Schutz von Kartendaten (z. B. sichere Passwörter, Updates, Zugriffskontrollen).
- Viele Anbieter unterstützen mit einem „PCI-Management“ (z. B. Fragebogen/SAQ, Hinweise, ggf. Scans), die Verantwortung bleibt jedoch beim Händler.
- Wenn Pflichten nicht fristgerecht erfüllt werden, sind bei vielen Vertragsmodellen Zusatzgebühren oder Einschränkungen möglich.
Ein Einstieg in die Standards ist über den PCI Security Standards Council möglich.
DSGVO: Wo betrifft Sie das beim Payment?
- Kundendaten minimieren: Nur Daten verarbeiten, die Sie für Zahlung, Rechnung oder Service wirklich brauchen.
- Zugriffsrechte: Portalzugänge rollenbasiert vergeben (z. B. Geschäftsführung, Buchhaltung, Filialleitung).
- Auftragsverarbeitung: Prüfen, ob und welche AV-Verträge nötig sind, wenn Dienstleister Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten.
Vert im Vergleich: Wann sind Alternativen sinnvoll?
Ein Vergleich lohnt sich, wenn Sie kurze Laufzeiten, ein Terminal ohne Miete, stationäre Hardware oder besondere Branchenfunktionen benötigen.
| Wenn Sie … | … ist Vert oft passend | … sollten Sie Alternativen prüfen |
|---|---|---|
| ein SmartPOS mit Portal und klarer Vertragsstruktur suchen | Ja, insbesondere mit Fördermodell und planbarer Nutzung | weniger, wenn Sie maximale Flexibilität ohne Bindung brauchen |
| kurzfristig starten und monatlich flexibel bleiben wollen | meist nur eingeschränkt | SumUp im Test oder PayPal (Zettle) im Test |
| komplexere Setups mit Kasse, Filialen oder Branchenprozessen planen | möglich, wenn Schnittstellen und Konditionen passen | Unzer im Test (je nach Integrationsbedarf) |
| Fiserv-nahe Setups oder Bank-/Acquirer-Strukturen vergleichen möchten | Vert ist ein Kandidat | TeleCash im Test als weiterer Vergleichspunkt |
Wenn Sie „EC-Terminal ohne Vertrag“ suchen, ist Vert wegen der typischen Laufzeiten nicht immer die erste Wahl – dann sollten Sie vor allem Flex-Modelle vergleichen und die Gesamtkosten über den Umsatz rechnen.
Fazit: Ist Vert das beste Angebot für Ihr Geschäft?
Vert ist eine gute Wahl, wenn Sie ein banknahes SmartPOS-Paket suchen und die Laufzeit sowie PCI-DSS-Pflichten sauber managen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Empfehlung für die Praxis: Rechnen Sie Ihr typisches Kartenvolumen und den Kartenmix (girocard/Debit/Kredit) gegen Terminalmiete und Laufzeit – dann wird schnell klar, ob Vert wirtschaftlich ist.
FAQ
Typisch sind: Unternehmen älter als 12 Monate, Kartenumsatz bis 50.000 € pro Jahr und im Vorjahr keine Kartenzahlung – Details stehen im Fördermodell.
Vert arbeitet häufig mit festen Laufzeiten; wenn Sie „ohne Vertrag“ suchen, sollten Sie flexible Anbieter gezielt vergleichen.
In der Praxis zählen vor allem girocard sowie Debit- und Kreditkarten (Visa/Mastercard) und mobile Wallets wie Apple Pay/Google Pay; die Freischaltung hängt vom Vertrag ab.
Viele Händler erhalten Auszahlungen am nächsten Bankarbeitstag; verbindlich ist die Regelung in Ihrem Vertrag und die Bankverarbeitung.
PCI DSS ist ein Sicherheitsstandard für Kartendaten; Anbieter unterstützen organisatorisch, aber die Erfüllungspflicht liegt beim Händler.
Clover Flex kann bei hohem girocard-Anteil und Bedarf an Druck/Apps günstiger sein, bindet aber meist länger und kostet monatlich mehr.
Nutzen Sie den Vergleichsrechner und prüfen Sie Laufzeit, Terminalmiete, Disagio je Kartenart sowie Zusatzkosten wie PCI-Services.




